Ausbildung Humanistisch-Systemische Therapie

Termine 2024 siehe Terminkalender

Humanistisch-systemische Therapie verbindet Methoden der Systemaufstellung, der Gestalttherapie, des Psychodramas und der Traumatherapie. Die grundsätzliche Gemeinsamkeit der Methoden ist, dass Heilung durch Wertschätzung und Liebe für uns selbst und andere geschieht. Oft steht uns die eigene Verurteilung im Weg, die uns und andere nicht so sein lässt, wie wir sind. In der Ausbildung erfahren wir, durch welche erlernten Mechanismen wir unsere Möglichkeiten bremsen: eigentlich lebenswichtige Symptome – Angst, Aggressivität, Rückzug, Schmerz, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft usw. – treten unangemessen in Situationen auf, werden einseitig übersteigert und behindern so unsere natürliche Fähigkeit, die aktuelle Wirklichkeit wahrzunehmen und uns sinnvoll auf diese zu beziehen. Die therapeutischen Methoden geben keine Patentrezepte, sondern unterstützen uns darin, unsere Muster zu erkennen und im emotionalen und körperlichen Erleben neu wahrzunehmen und neues Verhalten zu ermöglichen. Im beruflichen Umfeld können sie Zusammenhänge aufdecken, Konflikte lösen und zu klaren Entscheidungen verhelfen.
Die Ausbildungsgruppe bietet ein Umfeld von Wertschätzung, Sicherheit und Humor, in dem wir auch unseren vermeintlich unangenehmen Themen begegnen können.
Die Ausbildung ist sowohl für Einsteiger geeignet, als auch für Menschen, die bereits therapeutisch, pädagogisch oder als Coach tätig sind. Es geht gleichermaßen um die eigene persönliche Entwicklung wie um die Erweiterung der professionellen Kompetenzen.
Die Methoden können sehr gut in Einzel-, Paar- und Familientherapie, in psychologischer Beratung, Supervision und Coaching angewendet werden. Auch Menschen, die den Kurs hauptsächlich für die Vertiefung eigener Themen nutzen möchten, sind herzlich eingeladen.


Umfang des Kurses:

  • 12 Wochenendseminare à 16 Stunden
  • 6 Einzelsitzungen à 70 Minuten
  • 5 Peergroup-Treffen à 3 Stunden (Übungsgruppe ohne Teilnahme der Leitung)
  • 4 offene Sonntage Familienaufstellung mit externen Klienten
    Kosten:
    € 210,- pro Kurswochenende, € 70,- Einzelsitzungen, € 40,- Verwaltungskosten
    Themen:
  • Einführung in Methoden der Gestalttherapie, der Systemaufstellung und des Psychodramas; Bindungen und Beziehungen
    in Familie und Partnerschaft
  • Anamnese, Anfangsinterview, Wahrnehmung, Bewusstheit, Gewahrsein, Körper- und Gefühlsfokussierung
  • Familienaufstellungen, Ordnungen in der Herkunfts- und Gegenwartsfamilie, Haltung des Leiters
  • Systemische Dynamiken in Familien und Partnerschaften, systemische Lösungen, aufdeckende Sätze, Lösungssätze,
    Lösungsrituale
  • Funktionen des Nervensystems, Flucht-und Kampfimpulse, Erstarrung, Arbeit mit Ressourcen
  • Kontaktzyklus und Kontaktstörungen, Widerstände, Übertragungen, Gegenüber-tragungen
  • Gestalttechniken mit dem „leeren Stuhl“ und mit Symbolen
  • Arbeit mit dem „inneren Kind“ und „dem/der inneren Jugendlichen“; „Das innere Gruselkabinett“: Arbeit mit ungeliebten,
    verdrängten und projizierten Anteilen, Schatten; „Das innere Team“
  • innere, imaginative Gestaltarbeit
  • „Körperdialog“; Symptomaufstellungen, z. B. bei Verletzungen, Schmerzen, Krankheiten
  • Systemische Einzelarbeit mit Hilfe von Stühlen, Kissen, Spielfiguren, innerer Imagination
  • Geld, Erfolg, Beruf, Berufung, Motivation, Zielfindung, Visionen

Leitung: Manuela Giese-Morschl
Coleitung: Heike Blisse, Anja Kropf


Umfang des Kurses im 2. Jahr:

  • 12 Wochenendseminare à 16 Stunden
  • 6 Einzelsitzungen à 70 Minuten
  • 5 Peergroup-Treffen à 3 Stunden (Übungsgruppe ohne Teilnahme der Leitung)
  • 4 offene Sonntage Familienaufstellung mit externen Klienten
    Kosten:
    € 210,- pro Kurswochenende, € 70,- Einzelsitzungen, € 40,- Verwaltungskosten
    Abschuss mit Coleitungsgraduierung
    Die Voraussetzungen für die Coleitungsgraduierung sind Übungsleitung von Einzelarbeiten, Anfertigung einer schriftlichen Prozessanalyse einer Einzelarbeit und ein Kolloquium

„Humanistisch-Systemische Therapie“ Fortgeschrittenenkurs

Umfang des Kurses im 3. Jahr:

  • 12 Wochenendseminare à 16 Stunden
  • 6 Einzelsitzungen à 70 Minuten
  • 5 Peergroup-Treffen à 3 Stunden (Übungsgruppe ohne Teilnahme der Leitung)

Abschluss mit der Graduierung „Humanistisch-Systemische/r Therapeut*in“ (für Teilnehmer*innen, die bereits einen unserer zweijährigen Weiterbildungskurse absolviert haben und die Voraussetzungen für die Graduierung erfüllen)
Wer ohne Graduierung an dem Fortgeschrittenenkurs teilnehmen möchte, erhält eine Teilnahmebescheinigung.
Die Voraussetzungen für die Graduierung sind eigenständige Leitung von Einzelarbeiten, Anfertigung einer schriftlichen Prozessanalyse einer Einzelarbeit, ein Kolloquium und Anfertigung einer schriftlichen Graduierungsarbeit.


Wer hat Zugang zu unseren Weiterbildungen und für wen sind sie besonders geeignet?


Der Zugang zu unseren Weiterbildungen ist nicht von bestimmten Berufen und akademischen Titeln abhängig.
Teilnehmen kann jeder Mensch ab 18 Jahren, der motiviert, normal geistig und psychisch belastbar und zur Bearbeitung eigener Themen in einer Gruppe bereit ist.
Unsere Weiterbildungen sind für Menschen geeignet,

  • die bereits eine psychologische, psychotherapeutische, pädagogische oder seelsorgerische Ausbildung haben und sich in humanistischen und systemischen Therapie- und Beratungsformen weiterbilden wollen
  • die eine amtliche Zulassung für die Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz haben oder diese Zulassung anstreben, und die für ihre geplante Tätigkeit Handwerkszeug brauchen, um effektiv helfen und ein breites Therapie- und Beratungsangebot machen zu können,
  • die sich mit einer Beratungstätigkeit selbstständig machen wollen, oder die in einer Organisation als Berater*in arbeiten wollen,
  • die an persönlichem Wachstum interessiert sind und aus der Weiterbildung Nutzen für ihre privaten und beruflichen Beziehungen, Tätigkeiten und Perspektiven ziehen wollen (z.B. berufliche Umorientierung, Stärkung eigener sozialer Kompetenzen, Erlernen eines besseren Verständnisses für psychologische Faktoren im privaten und beruflichen Umfeld).

Hinweise zur Erlaubnis der Ausübung von Psychotherapie und zur Berufsbezeichnung


Die gesetzliche Mindestvoraussetzung, um in Deutschland psychotherapeutisch arbeiten zu dürfen, ist die amtliche Überprüfung in heilkundlicher Psychotherapie (Heilpraktikergesetz, HPG). Diese Überprüfung besteht in Berlin aus einer schriftlichen und mündlichen Prüfung, die je nach Wohnadresse entweder vom Gesundheitsamt Lichtenberg oder vom Gesundheitsamt Tempelhof durchgeführt wird. Zur Prüfung zugelassen sind Personen ab dem 25.Lebensjahr, die mindestens einen Hauptschulabschluss haben und ein Gesundheitszeugnis und ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegt haben.
Mit der amtlichen Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem HPG darf man sich „Heilpraktiker für Psychotherapie“, nicht aber „Psychotherapeut“ nennen. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ist durch das Psychotherapeutengesetz gesetzlich geschützt. („Psychotherapeut“ dürfen sich nur Psychologen und Mediziner mit einer
zusätzlichen Ausbildung in Psychoanalyse, Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie nennen).
Mit der Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem HPG kann man nur privat oder über einige Privat- und Zusatzkrankenversicherungen abrechnen.
Wer keine amtliche Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem HPG hat, kann Beratungen unter gesetzlich nicht geschützten Berufsbezeichnungen wie „Lebensberater“, „Psychologischer Berater“ oder „Coach“ anbieten. Er/Sie darf aber nicht Psychotherapie anbieten und psychotherapeutisch behandeln.